3. Bayerische Demenzwoche 2022 – Veranstaltungen am LfP

Dienstag, 20.09.2022
08:45 Uhr – ca. 14:00 Uhr

ab 8.15 Uhr – Öffnung des virtuellen Raums

08:45 Uhr – Videogrußwort
Klaus Holetschek (Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
Achim Uhl (Bayerisches Landesamt für Pflege)

09:00 Uhr – Von der Projektidee zur gelebten Teilhabe von Menschen mit Demenz: Der Bayerische Demenzfonds
Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben trägt entscheidend zum Wohlbefinden von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen bei. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2020 der Bayerische Demenzfonds ins Leben gerufen. Mit dem Bayerischen Demenzfonds werden Projektideen gefördert, um insbesondere Menschen mit Demenz, die zu Hause leben, sowie ihre pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Doch was bedeutet gesellschaftliche Teilhabe im Kontext von Demenz und wie kann diese gelingen? Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Merkmale für eine gelingende Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Im ersten Teil werden verschiedene Stufen von Teilhabe, Rahmenbedingungen sowie die Wirkung verschiedener Teilhabeangebote beleuchtet, während im zweiten Teil konkrete Tipps zur Antragstellung gegeben werden.

Referentinnen: Dr. Eva-Luisa Schnabel und Kathrin Fischer (Bayerisches Landesamt für Pflege)

10:15 Uhr – Gesamtgesellschaftliche Aufgabe Demenz
Die besondere Bedeutung der Nahestehenden für Menschen mit Demenz kennt jeder. die Forschung hat viele gute Erkenntnisse. Die weitere Entwicklung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zu dieser will dieser Vortrag einladen und diskutieren. 

Referent: Prof. Dr. Christian Rester (Technische Hochschule Deggendorf)

11:30 Uhr – Gemeinsam der Kultur auf der Spur – Kulturpaten & Kulturgäste
Als erstes Kulturprojekt wurde „Gemeinsam der Kultur auf der Spur“ des „Curatoriums Altern gestalten“ in Mittelfranken durch den Bayerischen Demenzfonds gefördert. Das Projekt hat das Ziel älteren Menschen, Hochbetagten und Menschen mit Demenz den Zugang und die Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen grundsätzlich und so lange wie möglich zu erlauben. Diese werden Kulturgäste und erleben Gemeinschaft. Die gesellschaftliche Kulturteilhabe bewirkt mehr Vielfalt und Lebensqualität im Alter, entgegen Einsamkeit und Isolation. Die kulturelle Teilhabe wird durch ehrenamtliche Kulturpatinnen und -paten als Begleitpersonen ermöglicht. Auch diese profitieren: Durch eine spezifische Schulung gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit Menschen mit Assistenzbedarf, auch sie erleben kulturelle Teilhabe in Gemeinschaft und können sich mit ihren Interessen in ihr ehrenamtliches Engagement einbringen. Parallel werden in einem zweiten Projekt Kultur- und Freizeitanbieter bei dem Aufbau einer neuen regionalen alters- und demenzsensiblen Angebotsstruktur begleitet. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Miteinander verschiedenster Alters- und Zielgruppen. Im Vortrag werden die Projekte als Best Practice Beispiele vorgestellt und es wird zum „Nachmachen“ angeregt.

Referenten: Sabine L. Distler und Georg Weigl (Curatorium Altern gestalten)

12:45 Uhr – Wenn die Worte fehlen – Strategien für eine wertschätzende Kommunikation mit Menschen mit Demenz
Im Rahmen demenzieller Erkrankungen ist oftmals auch die Kommunikation betroffen: es kommt zu Wortfindungsstörungen, Gedankenabreißen oder wiederholtem Fragen. Welche kommunikativen Stärken und Ressourcen haben Menschen mit Demenz und wie sollte man mit den Schwächen umgehen? Konkrete Tipps und Strategien für einen wertschätzenden kommunikativen Austausch werden dargestellt.

Referentin: Dr. Valentina Tesky (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

ca. 14:00 Uhr – Schlussworte

Donnerstag, 22.09.2022
08:45 Uhr – ca 12:05 Uhr

ab 8.15 Uhr – Öffnung des virtuellen Raums

08:45 Uhr – Videogrußwort
Klaus Holetschek (Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
Achim Uhl (Bayerisches Landesamt für Pflege)

09:00 Uhr – Demenzfreundliche Kommunen – Ideen und Impulse
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung zum Thema Demenz, werden die Entwicklung sowie Grundlagen der „demenzfreundlichen Kommune“ näher betrachtet. Wolfgang Joa stellt in seinem Vortrag außerdem die Bedeutung, Ziele und Maßnahmen einer „demenzfreundlichen Kommune“ dar und geht auf die Rolle der Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern ein.

Referent: Wolfgang Joa (Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern)

10:15 Uhr – Projektvorstellung “Sing ma a weng”
Damit Menschen mit Demenz im Landkreis Cham an der Gemeinschaft teilhaben können, Lebensfreude gewinnen und zur Kommunikation angeregt werden, hat die Seniorenkontaktstelle das Projekt „Sing ma a weng“ initiiert und sich beim Bayerischen Demenzfonds um Fördermittel beworben. Gesang gilt, zusammen mit Tanz und Musik, als elementare Äußerung des Menschen. Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit bleiben bei Menschen mit Demenz lange in Erinnerung. Musik hat viele positive Effekte. Musik weckt bei demenziell erkrankten Menschen auch im fortgeschrittenen Stadium überraschende Fähigkeiten.
In den Tagespflegeeinrichtungen, ambulant betreuten Wohngemeinschaften und bei Seniorennachmittagen in den Landkreiskommunen führen ehrenamtliche Koordinatoren regelmäßig Singstunden durch. Die Ehrenamtlichen konnten durch den Treffpunkt Ehrenamt beim Landratsamt Cham, der Kooperationspartner für das Projekt ist, aktiviert werden. Die Seniorenkontaktstelle hat für dieses Projekt ein eigenes Liederheft erstellt, in dem bekannte Lieder aus der Oberpfalz und deutsche Volkslieder abgedruckt wurden, die vielen älteren Menschen bekannt sind. Es ist schön bei den Singnachmittagen zu sehen, wieviel Freude es bringt, wenn altbekannte Melodien in Erinnerung gerufen werden und Demenzkranke mitsingen, die ansonsten nicht mehr viel sprechen.

Referentin: Martina Pfeilschifter (Seniorenkontaktstelle Landkreis Cham)

11:00 Uhr – “Vergessen in der Stadt” – Stadtgestaltung von und für Menschen mit Demenz
Demenz verändert Menschen. Aber ist unsere gebaute Umwelt auf diese Veränderung auch vorbereitet? Auf die Frage, wie Wohn- und Lebensumfelder gestaltet werden sollen, um Menschen mit Demenz in ihrer selbstständigen Lebensführung zu unterstützen, gibt es nur wenige, auf die Stadtgestaltung anwendbare, Strategien und Konzepte. Valerie Rehle hat in ihren Promotionsvorhaben gemeinsam mit Betroffenen Aspekte einer demenzsensiblen Stadtgestaltung erforscht, auf die sie in ihrem Vortrag eingehen wird.

Referentin: Dr.-Ing. Valerie Rehle

12:00 Uhr – Schlussworte