Angebote zur Unterstützung im Alltag – Anerkennung, Registrierung, Förderung

Ziel und Aufgabe der Angebote zur Unterstützung im Alltag ist es, die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen zu erhalten, pflegende An- und Zugehörige zu entlasten und zu verhindern, dass diese durch die zeitintensive und aufwendige Pflege selbst erkranken. Den Betroffenen wird durch die häusliche Pflege ein möglichst langes Verbleiben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Angebote zur Unterstützung im Alltag können nach Landesrecht anerkannt und unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Wichtige Informationen – Anerkennung und Registrierung

Anerkennung

Angebote zur Unterstützung im Alltag, die die Pflegebedürftigen über den monatlichen Entlastungsbetrag in Anspruch nehmen möchten, benötigen eine Anerkennung nach Landesrecht. Die Anerkennung garantiert den Pflegebedürftigen die hohe und konstante Qualität der Angebote. Um die Kontaktaufnahme zwischen Betroffenen und Trägern zu vereinfachen, werden die Adressen der in Bayern anerkannten Angebote auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, des Bayerischen Landesamts für Pflege, der Fachstellen für Demenz und Pflege sowie der Pflegekassen veröffentlicht.

Der Antrag auf Anerkennung kann jederzeit beim Bayerischen Landesamt für Pflege gestellt werden. Für folgende Angebote kann die Anerkennung beantragt werden: Betreuungsgruppe, ehrenamtlicher Helferkreis, qualitätsgesicherte Tagesbetreuung in Privathaushalten, haushaltsnahe Dienstleistungen, Alltagsbegleiter und Pflegebegleiter.

Nähere Informationen zu den einzelnen Angebotsformen finden Sie hier.

Registrierung und Anerkennung von Einzelpersonen

Seit Januar 2021 ist die Erbringung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag durch Einzelpersonen unter bestimmten Qualitätsgesichtspunkten möglich. Damit sollen sowohl die bestehenden und gut funktionierenden Strukturen erhalten bleiben als auch neue, sehr niedrigschwellige Möglichkeiten für ehren- und hauptamtliche Einzelhelferinnen und Einzelhelfer geschaffen werden. Die Anerkennung, bzw. Registrierung von Einzelpersonen ist unter bestimmten Voraussetzungen für ehrenamtlich tätige Einzelpersonen und für selbstständig tätige Einzelpersonen möglich.

Selbstständig tätige Einzelpersonen

Für die Anerkennung von Einzelpersonen im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit ist das Bayerische Landesamt für Pflege zuständig. Die rechtlichen Grundlagen für das Anerkennungsverfahren bilden § 80, § 81 und § 82 der Verordnung zur Ausführung der Sozialgesetze (AVSG) i.V.m. Nr. 1 der Hinweise zum Vollzug der AVSG.

Voraussetzungen für die Anerkennung von Einzelpersonen im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit:

  • Es handelt sich um haushaltsnahe Dienstleistungen oder Alltagsbegleitungen.
  • Die Einzelperson ist eine geeignete Fachkraft
  • Der Nachweis der adäquaten Vertretung wird erbracht.
  • Alle Voraussetzungen gem. § 82 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 3, 4 und 6 AVSG sind erfüllt.

Zuständige Stelle: Bayerisches Landesamt für Pflege

Ehrenamtlich tätige Einzelpersonen

Ehrenamtlich tätige Einzelpersonen wenden sich für eine Registrierung an die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege in dem Regierungsbezirk, in dem die Unterstützung geleistet wird. Mit der Registrierung gilt das Angebot zur Unterstützung im Alltag als anerkannt.

Voraussetzungen für die Registrierung von ehrenamtlich tätigen Einzelpersonen:

  • Die Einzelperson ist eine natürliche Person ab dem 16. Lebensjahr.
  • Sie ist mit den Personen mit Pflegebedarf weder bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert noch lebt sie mit diesen in häuslicher Gemeinschaft.
  • Die Einzelperson ist nachweislich zielgruppen- und tätigkeitsgerecht qualifiziert oder hat mindestens die erforderliche Basisschulung von acht Unterrichtseinheiten absolviert.
  • Sie verfügt über einen ausreichenden Versicherungsschutz.
  • Die Aufwandsentschädigung liegt deutlich unter dem für die jeweilige Tätigkeit maßgeblichen Mindestlohn und übersteigt nicht offenbar die Aufwendungen der Einzelperson für ihr ehrenamtliches Engagement.
  • Es werden nicht mehr als drei Personen mit Pflegebedarf pro Monat unterstützt.

Zuständige Stellen: Regionale Fachstelle für Demenz und Pflege Ihres Regierungsbezirks

Angebote zur Unterstützung im Alltag werden durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gemeinsam mit dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen im Zuge einer Projektförderung mit festgelegten Pauschalen gefördert. Die Förderung richtet sich vor allem an Angebote, die durch bürgerschaftliches Engagement getragen werden. Sie dient dazu, Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtlich Helfenden zu finanzieren sowie notwendige Personal- und Sachkosten, die im Zusammenhang mit der Koordination und Organisation der Angebote und mit der fachlichen Anleitung durch die Fachkräfte anfallen.

Die Anträge sind bis spätestens 31. Dezember des dem Förderjahr vorangehenden Jahres beim Bayerischen Landesamt für Pflege einzureichen. Die Förderung für Angebote zur Unterstützung im Alltag sollte zusammen mit der Förderung für Angehörigenarbeit und für die ehrenamtlichen Strukturen gem. § 45c SGB XI in einem gemeinsamen Förderantrag beantragt werden. Der Verwendungsnachweis ist mit dem dazugehörigen Sachbericht bis spätestens 01. April des Folgejahres einzureichen

Für folgende Angebote kann die Förderung beantragt werden: Betreuungsgruppe, ehrenamtlicher Helferkreis, qualitätsgesicherte Tagesbetreuung in Privathaushalten, ehrenamtliche haushaltsnahe Dienstleistungen, ehrenamtliche Alltagsbegleiter und ehrenamtliche Pflegebegleiter, sofern diese Leistungen nach bayerischem Landesrecht anerkannt sind oder gleichzeitig die Anerkennung für diese Angebote beantragt wird.

Nähere Informationen zu den einzelnen Angebotsformen finden Sie hier.

Zudem gibt es Fördermöglichkeiten für Angehörigengruppen und für Schulungen / Fortbildungen.

Informationen über die Voraussetzungen finden Sie hier:

Darüber hinaus steht bei fachlichen Fragen, insbesondere bei der Beratung zum Auf- und Ausbau der Angebote, die in Ihrem Regierungsbezirk ansässige regionale Fachstelle für Demenz und Pflege zur Verfügung.

Eignung als Fachkraft und Helferschulung nach Schulungskonzept zur Erbringung von Leistungen gemäß § 45a SGB XI

Um die Angebote zur Unterstützung im Alltag als Fachkraft leiten zu können, wird eine zielgruppen- und tätigkeitsgerechte Qualifikation vorausgesetzt. Nähere Informationen dazu finden Sie in § 82 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a AVSG und 1.2.1.1 VV-AVSG.

Der Fachkraft obliegt die Anleitung von ehrenamtlich oder nicht-ehrenamtlich Helfenden. Die Helfenden benötigen vor ihrem ersten Einsatz eine Basisschulung mit 40 Unterrichtseinheiten nach dem seit 01.01.2019 gültigen Schulungskonzept zur Erbringung von Leistungen gem. §45a SGB XI. Die Inhalte richten sich nach den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes und dem Verband der Privaten Pflegekassen und bereiten die Helfenden auf sämtliche Formen der Betreuungs- und Entlastungsleistungen vor. Den an der Schulung teilnehmenden Personen soll damit der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Angebotsformen erleichtert und den Trägern ein flexibler Einsatz ihrer Helfenden ermöglicht werden.

Bei allen Fragen zur Eignung der Fachkraft und zur aktuellen Helferschulung steht Ihnen die in Ihrem Regierungsbezirk ansässige regionale Fachstelle für Demenz und Pflege zur Verfügung.

Schulungskonzept zur Erbringung von Leistungen gem. § 45a SGB XI

Aktuelles

Aktuelle Informationen, u.a. zur Corona-Pandemie, stellt die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern hier bereit:
Informationen zur Corona-Pandemie – Fachstelle für Demenz und Pflege (demenz-pflege-bayern.de).

Zur Antragstellung sollten jeweils die aktuellen, unter folgenden Links abrufbaren Formulare verwendet werden.

Bitte speichern Sie die Formulare auf dem Rechner ab, bevor Sie diese ausfüllen.

Bayerisches Landesamt für Pflege
Referat 44
Mildred-Scheel-Str. 4
92224 Amberg
09621 9669-2542
senioren-und-pflege@lfp.bayern.de